galerie julia garnatz
Katarina Lönnby
Neue Arbeiten
22.03. - 10.05.2014

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Katarina Lönnby
Neue Arbeiten
22.3. – 10.5.2014
Eröffnung: Freitag, 21. März, 18-21 Uhr

Mit einer Einführung von Gabriele Dafft MA um 19 Uhr

Sonderöffnung anlässlich der Art Cologne: Freitag 11. April 18-22 Uhr

In ihrer dritten Einzelausstellung in der galerie julia garnatz zeigt Katarina Lönnby ihre neuesten Arbeiten. Die vorrangigen Protagonisten dieser Ausstellung sind Tiere, denen wir eher mit Unbehagen begegnen: Spinnen und Schnecken. In drei für Lönnby typisch eng miteinander verwobenen und sich bedingenden Werkgruppen, Skulptur, Malerei und Arbeiten auf Papier, finden sie dabei gleichermaßen Beachtung und erwachen zu sonderbaren, prophetengleichen Wesen.

Zusammengesetzt sind die Skulpturen aus gefundenen Dingen: Vasen, Stoffresten, kaputtem Spielzeug, Drähten, mechanischen Küchengeräten, Nadelkissen, Lampenstücken, Kerzenhaltern oder Schneckenhäusern, alles was scheinbar lange schon seinen ursprünglich sinnvollen Dienst aufgegeben hat. Neu zusammengesetzt haucht die Künstlerin allem neues Leben ein. So erwarten Lönnbys Skulpturen pinocchiogleich die Verwandlung zum „richtigen“ Lebewesen. Viel Menschliches ist ihnen bereits zu eigen. Scham, Angst, Unsicherheit aber auch Unbefangenheit, Komik oder Lebensfreude scheinen die Figuren zu spiegeln, vielleicht sogar zu verkörpern.

Leinwände und Papierarbeiten greifen mit formal sparsamem Pinsel- und Buntstiftstrich diese Figurenwelten auf und setzen sie in neue Kontexte. Mal sind es nordisch anmutende Landschaften, mal Innenräume, in denen menschliche Gestalten ihrem Selbst in Form der „Propheten“ begegnen. Wie in einem surrealen Traum stellen sie sich ihrem Gegenüber: der Spinne, die sowohl schützend wie eine Mutter die „Arme“ umlegt, als auch wie ein Monster ihr Opfer aussaugt. Eine endgültige Interpretation lässt die Künstlerin offen.

Vielschichtig und mehrdeutig sind Lönnbys Arbeiten. Vordergründig Niedliches entpuppt sich oftmals als Abgrund, und Schreckenerregendes wird zum Vertrauten. Die Künstlerin spiegelt menschliche Urängste, nimmt ihnen zugleich den Schrecken und schafft damit assoziationsreiche und Mensch-immanente Gedanken und Kunstwelten.