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Marie-Luise Lebschik
29.01.-19.03.2011

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Marie-Luise Lebschik
29.01.-19.03.2011

Eröffnung: Freitag 28. Januar 2010, 18-21 Uhr
Mit einer Einführung von Mayen Beckmann um 19:30

Künstlergespräch: Samstag 19. Februar 17:00 Uhr
Ulrike Jagla-Blankenburg im Gespräch mit Marie Luise Lebschik

 

Auch in ihren neuesten Arbeiten bleibt die gebürtige Österreicherin und in Köln lebende Malerin Marie Luise Lebschik dem Thema Mädchen treu. Formal hingegen haben die Bilder eine große Veränderung erfahren. Standen Lebschiks Mädchen bisher meist alleine oder vielleicht auch mal zu zweit vor einem nur leichten, lediglich angedeuteten räumlichen Bildgrund, so stehen jetzt mehrere Mädchen in einem formulierten Raum. Ballettmädchen, beim Aufwärmen an der Stange, dem Anlegen der Ballettbekleidung, verharrend, auf dem Boden sitzend bis zur nächsten Übung. Zuweilen überlappen sich zwei Figuren, verschmelzen miteinander und mit dem Bildgrund und heben sich zugleich wieder individuell daraus hervor. Die jungen Tänzerinnen verteilen sich auf dem ganzen Bildgrund, ergreifen den Raum und schaffen komplexe Bildkompositionen. Zuweilen miteinander in Verbindung tretend, oftmals alleine, in sich gekehrt und konzentriert auf das eigene Tun, bewegen sie sich wie unbeobachtet vom Betrachter. Changierende Farbfelder und akzentuierende Linien bilden den Raum und das Spannungsfeld, das die einzelnen Figuren verbindet. Die Bilder, die nun auch deutlich größere Formate annehmen, bleiben, wie für die Künstlerin typisch, still und zerbrechlich. Lebschiks Modelle behalten den magischen Moment, der auch den früheren Arbeiten zueigen ist und gewähren uns, wie Sloterdijk sagt, „für eine Sekunde die Illusion ihrer Gegenwart“.