galerie julia garnatz
Sonderausstellung
anlässlich der
Cologne Contemporaries

Adrian Norvid
– Three Ring Binder
20.11–18.12.2010

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Adrian Norvid – Three Ring Binder
Eröffnung anlässlich der Zeitungspublikation der Cologne Contemporaries 2010:
Freitag 19. November, 18 – 21 Uhr
bis 18. Dezember 2010

„Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel treiben und ewig zu binden“.

Der 1959 in London geborene und heute in Montreal lebende Adrian Norvid bedient sich in seinem Werk formal des Cartoons oder Comics. Hintergründig und oftmals sarkastisch setzt er seine Wortspiele und Bildrätsel in Szene. Die neuste Zeichnung „Three Ring Binder“ entstand speziell für die Zeitung WEI NOTT der Cologne Contemporaries 2010.

In kräftiger schwarzer Farbe (Flashe Venyle Farbe) zeichnet Norvid in cartoonhaft naiver Malweise ein Ringbuch wie man es in Nordamerika kennt, mit drei Ringen. Die unregelmäßige schwarze Musterung der Deckel erinnert dabei an die frühen Rasterbilder der Popart, mit ihren noch handgemalten verwaschenen Punkten. Auf der linken Innenseite lesen wir, wem der Ordner gehört: „property of The Lord of the Rings“. Norvids Ringbuch spielt auf vielschichtige, humorvoll-ironische Art mit den drei Bänden von Tolkins Erfolgsroman Herr der Ringe. So konterkariert der Künstler unter anderem die durch ein gigantisches Medienereignis und Merchandising aufgeblasene und verklärte Verfilmung der Romane durch Peter Jackson, indem er den schweren Fluch des „einen Rings“ bildhaft in kleinbürgerliche Bürokratie übersetzt: drei Ringe, die alle Papiere binden, sie zusammenhalten damit man alles wiederfinden kann, im Dunkel des Archivschrankes. Die Zitate in „Three Ring Binder“ sind multivalent und laden den Betrachter in Norvids gewohnter „Wimmelbildmanier“ ein, auf weitere Entdeckungsreise zu gehen.