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Nina Malotta
Linksfüßer
03.03. - 04.04.2009

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Nina Malotta
Linksfüßer

03.03. - 04.04.2009
Eröffnung: Samstag 28. Februar 2009, 15 - 18 Uhr

Nina Malotta, Jahrgang 1982 hat ihr Studium mit Meisterbrief an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg bei Ralf Fleck absolviert und macht gerade ein Aufbaustudium in Szenographie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Das Interesse inszenierend tätig zu sein sieht man Malottas Arbeiten genauso an, wie ihr Interesse an der Performance.

Sonderbare Szenarien zeichnet die junge Künstlerin mit fester Linie auf das weiße Blatt. Menschlich anmutende Gestalten werden hier wie auf eine Bühne gestellt und in merkwürdige Handlungen verstrickt: Ein glatzköpfiger nackter Mann sitzt in der unteren Bildhälfte. Beinahe etwas verloren auf dem weißen Blatt, ist er dem Betrachter frontal zugewandt und hat die Beine wie zum Schneidersitz angewinkelt. Den Kopf nach unten gebeugt, mit konzentriert ernster Mine, wie einen Laib Brot haltend, schneidet er sich mit einem Messer den linken Fuß ab. Blut quillt hervor. Die scheinbare Sachlichkeit mit der dieser Vorgang vollzogen wird steht dabei im krassen Gegensatz zu dem grauenvollen Geschehen. Der Titel der Zeichnung: „Linksfüßer“, so auch der Titel der Ausstellung.

Malottas Titel erklären, sie konterkarieren, enthüllen, benennen oder entblößen, sie überraschen und entlarven den Betrachter zuweilen als Voyeur. Männliche wie weibliche Figuren, vielfach auch Zwitterwesen, denen ein eindeutiges Geschlecht nicht zuzuordnen ist, bevölkern die sonst leeren Blätter, die keinen Anhalt für räumliche oder landschaftliche Gegebenheiten bieten. Mal alleine, mal zu zweit, seltener auch in kleinen Gruppen sind Malottas Protagonisten in Szene gesetzt. Verstümmelt, nackt oder spärlich bekleidet, mit sehr reduzierter Farbgebung sind sie überwiegend aus der Blattmitte heraus geschoben, an den Rand gedrängt oder vom Bildrand herein tretend.

Makabere szenische Darstellungen, befremdliche Gestalten auf einer Bühne, dunkle Hinterzimmerphantasien, Totentanz oder Momento Mori, das könnten die Schlagworte für Nina Malottas Papierarbeiten sein. Die Künstlerin dringt tief in die menschliche Seele, ihre Abgründe und Ängste vor. Sie eröffnet damit eine Vielzahl von hintergründigen Assoziationsmöglichkeiten und hält zugleich durch Titel oder Accessoires stets etwas Sarkastisches oder ein Augenzwinkern bereit.