galerie julia garnatz
Katarina Lönnby
08.09. – 24.10.2009

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Katarina Lönnby

Saisoneröffnung
Düsseldorf Cologne Open 2009
Eröffnung: Freitag 4. September 2009, 18 - 22 Uhr

Samstag 5. September 2009, 12 – 20 Uhr
Sonntag 6. September 2009, 12 – 16 Uhr

Laufzeit: 8. September – 24. Oktober 2009

In ihrer zweiten Einzelausstellung in der galerie julia garnatz zeigt die Stockholmer Künstlerin Katarina Lönnby ihre neusten Arbeiten: Kleine, vornehmlich schwarz-weiße Gouachen, mittelformatige Leinwandarbeiten sowie die für Lönnby typischen Assemblagen.

Meer, kleine Inseln, Boote, Wälder und Uferlandschaften, Seerosen und hin und wieder ein kaum definierbarer Innenraum bilden die Grundlage für die jüngsten Papierarbeiten. Mal lasierend mal lavierend bringt die Künstlerin gekonnt die schwarze Farbe auf das Papier und erzeugt damit den Eindruck von Tiefe und Plastizität. Lönnbys Arbeiten haben keine Tageszeit. Sie scheinen sich in der diffusen Beleuchtung einer Mittsommernacht abzuspielen. Hier erwachen Geister und Fabelwesen skandinavischer Mythen zum Leben: Katzen, Wölfe, Schnecken und Mädchengestalten sind die Protagonisten. Auf den Leinwänden, mit großen wie flüchtig und zufällig hingeworfenen Farbflecken entstehen Lönnbys Wesen aus schwarzen und pinken Acrylwolken vor weißen Malgrund. In Bild und Formensprache den Gouachen sehr nah, erkennt man auch hier Seerosenblätter, Schnecken und Katzen.

In den Assemblagen erweckt Lönnby ihre Bildgestalten zu dreidimensionalen Wesen. Puppenfragmente und Fundstücke, wie Lampenschirme, Stoffreste, Schneckenhäuser, Metallgestänge oder Porzellan verwachsen zu eigenwilligen Körpern. Wie ein „Vogel“ im lange verrosteten „goldenen Käfig“ oder ein blutüberströmtes „Dornröschen“, das mit gesenktem Blick noch immer einen Tannenzapfen wie die Spindel zu halten scheint, stehen sie uns stumm gegenüber.

Mythen und Märchen dienen dem Menschen dazu, Unerklärliches durch Worte und Bilder erklärlich zu machen. Lönnby bedient sich dieser Methode der fiktiven Parallelwelt und kehrt sie doch zugleich um. In oftmals mit verharmlosenden bis albernen Attributen, wie mit Schleiern, Schleifen oder Schürzen versehenen schwarzen Katzen, lässt uns die Künstlerin Unheilbringer erkennen. Immer wieder sitzen sie vor aufgesprungenen Schachtelteufeln, die wie eine Büchse der Pandora geöffnet wurden. Abenddunst und Wolken entsteigen schlafende Gesichter, die wie verwunschen in ewiger Mittsommernacht auf ihre Erweckung warten. Wälder im Zwielicht verbergen Wesen aller Art und im Rauschen des Windes können sogar Wölfe heulen. Lönnbys vordergründig heimelige Landschaften und niedliche Gestalten verbinden sich zu nicht greifbaren Szenarien. Die Künstlerin spielt mit Unterbewusstem und Aberglauben und reflektiert dabei humorvoll und zynisch schwedische Klischees und Mythen. Die Vielzahl der Anspielungen und der Assoziationsreichtum zeugen von wohldurchdachten Erzählmomenten und einem schier unerschöpflichen Ideenreichtum.


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