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Marie Luise Lebschik
30.8. - 18.10.2008

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Marie Luise Lebschik
30.08. - 18.10.2008
Eröffnung anlässlich der COLOGNE OPEN 2008: Samstag 30. August 2008, 11.00 – 18.00 Uhr

Das Zwischenalter kurz vor dem Frau sein zeigt Marie Luise Lebschik in dichter toniger Farbigkeit der Ölfarbe auf ihren Leinwänden. Sie verzichtet auf jede sozialgesellschaftliche Debatte innerhalb der Darstellung. Die Körper und deren Sprache - das körperliche Bewusstsein und die Losgelöstheit vom Raum sind die wenigen eindrücklichen Erzählmomente der Bilder.
Marie Luise Lebschik interessiert sich nicht für die Feinheit der Mimik. Ihre Mädchen sprechen stumm aus der zurückgelehnten Sitzposition, stehen sicher mit ins Kreuz gelegten Händen vor dem Betrachter. Gegenüber den älteren Darstellungen sind die Mädchen in den jüngsten Bildern erwachsener, selbstbewusster geworden. Sie schützen sich nicht mehr hinter verschränkten Armen, brauchen nicht mehr das Moment des Katzestreichelns um nicht den Betrachter anschauen zu müssen. Sie ziehen sich auch nicht mehr ins Zentrum des Bildes zurück, sondern agieren körperlich ungezwungen auf der ganzen Leinwand. Und diese ist Roter Rock, 2008, Öl auf Leinwand, 50 x 50 cm jetzt meistens zu klein geworden. Partien des Kopfes, Beine und Füße rutschen aus dem Bildraum heraus. Marie Luise Lebschik bringt gekonnt in den liegenden, stehenden und sitzenden Persönlichkeiten die subtile Erotik des Frauseins mit den entrückten Träumen des Mädchens in Einklang.

Erstmals wird in der Ausstellung auch eine ganz neue Werkgruppe der Skulpturen vorgestellt. In den kleinformatigen Körpern erhalten die Mädchen von der Leinwand eine haptische Präsenz. Die innere Spannkraft zieht sich in der lagernden Haltung sprichwörtlich vom Scheitel bis zur Zehenspitze hindurch. Die Kleidung umschließt Gewandartig einzelne Partien des Körpers. Eindeutig klar ist jedoch die Trennung zwischen Kleidung und bossierter Haut nicht zu ziehen.

Ergänzt wird die Ausstellung von mittelformatigen schwarz-weiß Fotografien. Die scheinbar surreal traumhaften Modelle der Leinwände und Skulpturen erhalten über das dokumentarische Medium der Photographie eine reale Präsenz.