galerie julia garnatz
Janet Werner
“Buttercup I love you”
15.09.2007 – 10.11.2007

> Pressetext
> pdf
> Vita

Janet Werner – Buttercup I Love You
15. September bis 10. November
Eröffnung am Samstag 15. Juni 2007, 15 -18 Uhr

Die 1959 in Winnipeg, Manitoba geborene Janet Werner ist Absolventin der Yale University und in Kanada bereits eine etablierte Künstlerin mit Werken in bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen. Die Ausstellung in der galerie julia garnatz ist Janet Werners erste Einzelausstellung in Europa und zeigt vorrangig neue Leinwandarbeiten sowie einige Gouachen. Der Schwerpunkt in Werners Bildern liegt beim Portrait. Während die früheren Bildnisse frei erfundene Personen in einer bewusst linkischen Malweise zeigen, sind die Portraits der letzten Jahre anatomisch immer korrekter geworden, ohne dabei Naturnähe anzustreben.
Die neuen „Portraits“ der Ausstellung, die Menschen und Tiere zeigen sind beinahe romantisch, oder wie die Künstlerin selber sagt „schmerzhaft süß.“ Niedliche Hunde und schöne Frauen, mal in märchenhafter Landschaft, mal weinend, mal verträumt oder ein betont maskuliner Cowboy ironisieren sehr subtil eine nordamerikanische Kitschkultur und ihre Klischees. Dabei wirken die Figuren, Menschen wie Tiere merkwürdig fremd in dem sie umgebenden Bildhintergrund. Eine teilweise unnatürlich Farbwahl,eine konstruierte, stilisiert Landschaft oder Umgebung und die oftmals manierierten Körper der Protagonisten wirken künstlich zusammengesetzt. Stets wird der Betrachter von der dargestellten Figur angesehen. Dennoch scheint der Blick nach innen gerichtet. Das Spiel mit dem Komplementär ist charakteristisch für Werners Bilder, findet sich der Betrachter immer sowohl mit einem Individuum konfrontiert, wie z.B. dem Mädchen „Shelly“ als auch mit einem Topos: Schönheit, Trauer, Emotionen, Unschuld. Dabei schwingt durch die süßlich, romantische oder auch männlich markante Art durchgängig Ironie mit. Der Titel der Ausstellung „Buttercup I love you“ verstärkt den Aspekt der Ironie. Der Satz stammt aus dem Buch The Prinzess Bride des US-amerikanischen Schriftstellers William Goldman von 1973, einem komödiantischen Märchen, das eigentlich eine Persiflage dieses Genres ist. In der vermeintlich romantischen Liebesgeschichte zwischen Westley und Buttercup kämpfen Prinz, Prinzessin, Krieger und Wunderheiler um ein Leben, das nicht gerecht ist „Es ist nur gerechter als der Tod, das ist alles.“ Ein wirkliches Happy End bleibt aus. Und auch in Werners Bildern gibt es kein Happy End, sondern nur eine Momentaufnahme zwischen Vertrautheit und Anonymität, Individuum und Topos, Realismus und Verfremdung.