galerie julia garnatz
Gina Lee Felber
Transit
18.04.2007 - 02.06.2007

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Die galerie julia garnatz zeigt neue Arbeiten von Gina Lee Felber
19. April bis 2. Juni 2007
Vernissage: Mittwoch 18. April 2007, 18 - 22 Uhr

Unsere Sehgewohnheiten begegnen dem Medium der Fotografie mit der Erwartung von Sachlichkeit und neutraler Berichterstattung. Sobald der Inhalt eines Fotos diese Erwartungen düpiert, beginnt ein Assoziationsspiel. Unwillkürlich versucht man zu erkennen, zu definieren, einzuordnen und zu benennen.
In einen solchen Prozess verfangen findet sich der Betrachter, steht er vor Gina Lee Felbers neuen Arbeiten. "Transit" ist der Titel der 11teiligen Serie von Farbfotografien, jede ca. 200 x 120 cm groß.
Die Fotos zeigen auf den ersten Blick unerklärbare Objekte. Aus feinstem Papier? aus Glas oder Porzellan? Alles vor einem blassen, grauen, undefinierbaren Hintergrund. Die abgelichteten Körper wirken schwerelos, scheinen frei zu schweben, brüchig, zart und dennoch riesengroß. Auch der Titel erlaubt keine klare Einordnung.
In Felbers Arbeiten klingt eine Vielzahl von Aspekten an, es geht um Tod und um Vergangenes, um Transformation, um Zerbrechlichkeit und Relikte. Durch den Titel "Transit" wird alles Sentimentalische, das dieser Thematik anhaften könnte konterkariert und erhält einen nüchternen, sachlichen, beinahe politischen Anklang. Felbers Fotos verfremden in einer Art transitorischem Moment die Realität und schaffen eine neue,spielerische wie ernsthafte Welt voller Schönheit und Aura.

Gina Lee Felber geht es in den Arbeiten der Ausstellung, zu denen auch drei Temperaarbeiten aus der Serie der "Gefäße" gehören, um "Inneres" und Äußeres", um Formen und um das Spiel mit Größe. "Ich versuche einen archetypischen Ausschnitt von der Welt zu formulieren, der in seiner Kleinheit gleichzeitig etwas über die Größe auszusagen vermag." sagt sie bereits 1997. Die Künstlerin schafft dabei "ein dichtes, für Assoziationen offenes Gefüge möglicher Bedeutungsebenen, die keine eindeutige und unmittelbare Erklärung gestatten, damit aber einen sehr viel intensiveren, diskursiv verlaufenden Erkenntnisprozess beim Betrachter in Gang setzten. Die Künstlerin appelliert an unsere Anschauung. Ihr distanziertes, ernstes und konzentriertes Spiel mit den Dingen, die sie künstlerisch transformiert, gewährt uns die notwendige Freiheit, um selbst auf Entdeckungsreise zu gehen." (Hans-Michael Herzog in Gina Lee Felber Hüllen, 1997).
Zu dieser Entdeckungsreise möchten wir Sie gerne einladen.


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